Hildegard Kekse

Ellisa

Ob die göttliche Inspiration, die Hildegard von Bingen in dieser Miniatur erhält, tatsächlich das hier angeführte Rezept ist, lässt sich nicht nachvollziehen.

1 kg Dinkelfeinmehl
400 g Butter
240 g feiner Rohrzucker
200 g gemahlene Mandeln
3 EL Gewürzmischung
4 Eier
100 ml Milch

Gewürzmischung:

45 g Muskatpulver
45 g Zimtpulver
10 g Nelkenpulver

Aus den Zutaten einen eher feuchten Teig kneten. Diesen für mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Eine Rolle formen und Scheiben herunter schneiden. Im vorgeheizten Rohr bei 180° C ca. 15 Minuten backen.

Die Teigmenge ist enorm und daher eventuell problematisch zu verarbeiten. Mann kann den Teig problemlos in den vorgeformten Rollen in Frischhaltefolie einfrieren und bei Bedarf einzelne Rollen auftauen, schneiden und backen.

 ACHTUNG! Diese Kekse sind tatsächlich als Medizin gedacht und es ist aufgrund der großen Menge an Muskatnuss im Teig nicht empfehlenswert, mehr als 8-10 Kekse am Tag zu essen. Natürlich kann die Menge an Muskat reduziert werden, um die Kekse “harmloser” zu machen.

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen lebte von 1098 bis 1179. Sie war eine bedeutende Universalgelehrte, ihre Werke befassen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Ihr Rat wurde von vielen Persönlichkeiten geschätzt, wie zahlreiche Briefwechsel belegen.

Grafik: Frontispiz des (verschollenen) Liber Scivias der Hildegard von Bingen

Das Kleid der hl. Elisabeth

Ellisa von Styra

Die Hl. Elisabeth von Thüringen lebte im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts (1207-1231). Sie war eine Adelige, die sich bereits während ihrer Ehe zunehmend der Armutslehre zuwandte und nach dem Tod ihres Mannes ein Hospital errichten ließ, in dem sie als mittellose Ordensschwester bis zu ihrem frühen Tod wirkte. Bereits kurz nach ihrem Tod wurde ihr Grab zu einer Wallfahrtsstätte und Elisabeth wurde nur wenige Jahre darauf (1235) heiliggesprochen.

Elisabeths Popularität führte auch dazu, dass sowohl ihre Gebeine als auch ihr zugeschriebene Gegenstände als Reliquien begehrt waren. Das noch erhaltene “Bußkleid der heiligen Elisabeth”  wurde durch Reliquienentnahme an einer Seite stark beschnitten, so dass heute nur die rechte Seite des Gewandes einigermaßen intakt erhalten ist. Auch vom vermutlich ehemals langen Ärmel ist rechts nur ein kurzer Ärmel geblieben. Die Schnittkanten der Reliquenentnahmen wurden mit Leinenband gesichert.

Das Kleid ist ein ursprünglich dunkelbraun gefärbtes Wollkleid, das innen angerauht wurde. Es ist seiner originalen dunkelbraunen Farbe gegenüber deutlich nachgedunkelt und der Stoff weist zahlreiche Schadstellen auf. Heute ist das Kleid mit einem nicht originalen Untergewand darunter ausgestellt.

Vom Schnitt her bestand das Kleid mit ziemlicher Sicherheit aus zwei Rechtecken für die Vorder- und Rückseite mit abgeschrägter Schulternaht sowie links und rechts jeweils zwei grob rechtwinkeligen Dreieckskeilen, die unterschiedlich eingesetzt waren (links jeweils gerader Keil auf schräge Keilseite vernäht, so dass eine Schräge auf den Rückenteil traf, rechts mittig mit den geraden Seiten zusammengenäht, so dass vorne und hinten Schrägen auf die geraden Mittelteile trafen). Auch der Zuschnitt der vier Keile ist unterschiedlich, man kann also annehmen, dass das Kleid ursprünglich nicht aus einem ganzen rechteckigen Stoffstück zugeschnitten wurde, sondern zumindest teilweise aus Reststücken. (Kania, S. 286ff)

Der aus zwei Teilen zusammengesetzte Ärmel weist eine Naht in der Mitte der Ärmelkugel auf, der daran gesetzte Keil befindet sich an der Rückseite des Armes. Betrachtet man den Ärmelschnitt unten, sieht man, dass sich Ärmel und Keil aus einem rechteckigen Stoffstück zuschneiden lassen, wenn man den Keil neben den Unterarm verstürzt. (Kania, S. 202)

Typisch für die Herstellung des Kleides ist der sogenannte Elisabeth-Stich, bei dem die beiden Stoffkanten etwa einen halben Zentimeter überlappt werden und danach auf beiden Seiten die Stoffkante mit Überwendlingstich oder Saumstich am Stoff der anderen Bahn festgenäht wird. Damit sind die Kanten auch gleich versäubert. Die Vorderbahn überlappt die Seitenkeile, der Ärmelausschnitt den Ärmel. (Kania, S. 94, S. 287)

Bei der Restauration 1976 wurde im Würtembergischen Landesmuseum unter anderem auch eine Schnittzeichnung angefertigt. (Hausherr)

An dieser sieht man gut den vorne sehr weiten Ärmelausschnitt (er reicht bis an die Rückenbahn – erkennbar am Keil zwischen den seitlichen Geren und dem Rückenteil), der typisch für Kleidung der Epoche ist. Ärmel waren zu dieser Zeit  vorne deutlich tiefer eingesetzt als heute, so dass sie nach vorne große Beweglichkeit erlaubten. Der Ärmel selbst wurde in diesen Ärmelansatz mit der Ärmelkugel gegenüber modernen Schnitten verschoben nach hinten eingesetzt. Die höchste Stelle der Ärmelkugel kommt so am Rücken zu liegen. (Kania, S. 200f)

Quellen:

Kania, Katrin: Kleidung im Mittelalter. Materialien – Konstruktion – Nähtechnik. Böhlau Verlag Köln, Weimar, Wien, 2010

Hausherr, Reiner, Hg.  Dei Zeit der Staufer, Geschichte — Kunst — Kulture. (Katalog der Ausstellung, 6., verb. Aufl. 4 bande)  Stuttgart: Württembergisches Landesmuseum, 1977. Zitiert auf http://www.personal.utulsa.edu/~marc-carlson/cloth/elizabeth.htm

Keltische Knoten konstruieren

Saidra de Iscula

Keltschen Mustern liegen Hilfslinien in Rautenform zugrunde. Am einfachsten lassen sich Rauten erzeugen, indem man auf kariertem Papier Linien im 45° Winkel durch die Kreuzungen der Linien zieht. Die Basisform der meisten keltschen Knoten ist entweder ein Quadrat oder ein langezogenes Rechteck, in dem sich das Muster wiederholt. Die Basisform kann auch ein Kreis sein, wobei die Erstellung der Hilfslinien sich aufwendig gestaltet.

Die Linien des keltschen Knoten laufen an den Rautenlinien entlang. Sobald die Linie des Knotens an einer Kante ankommt, dreht sie um, indem sie mit einer Kurve auf die nächstgelegene Hilfslinie wechselt.

Um einen Knoten noch interessanter zu gestalten, können im Rautenmuster Hindernisse eingezeichnet werden in Form von gerade Linien, die an den Rautenkreuzungspunkten entlang laufen. Die Knotenlinie dreht an diesen Hindernissen genauso um wie am Rand. Die Knotenlinie sollte am Ende wieder ihren Anfang treffen.

Zum Abschluss – damit der Knoten wirklich ein Knoten wird – wird die Knotenlinie nachgezogen. Jedes Mal, wenn sich die Linie selbst trifft, wird sie abwechselt über die Kreuzung durchgezogen oder unterbrochen. Fertg ist der Knoten.

Hunting Season XI von 2.-4. Oktober 2020 ist vorbei

Auch wenn sich Covid redlich bemüht hat, uns in die Suppe zu spucken, und einige Leute zu last minute Absagen gezwungen hat (ich sage nur Reisewarnung), hat doch eine Gruppe von 11 motivierten Bogenschützen ein Wochenende bei strahlendem Herbstwetter im pilzreichen Wald genießen dürfen.

In diesem Jahr sind tatsächlich zwei Schützen exakt punktegleich vom Kurs zurückgekommen. Ausschlaggebend für den ersten Preis waren letztlich die Extrapunkte für selbstgebaute Ausrüstung. Wir gratulieren Lord Jamil al ‘Wadi aus Vielburgen!

Für die kreativen Ziele zeichnen auch diesmal wieder Katharina und Iffeshain verantwortlich, tatkräftig unterstützt von Saidra.

Viele der Vorlagen stammen heuer aus diversen Manuskripten – so mussten wir bewaffnete Häschen und bösartige Schnecken bekämpfen. Außerdem durfte natürlich die Jagd nicht zu kurz kommen. In diesem Fall ging es darum, Pilze für den Kochtopf zu schießen, ohne sich dabei zu vergiften – wie man sieht mit unterschiedlichem Erfolg.

Auch für eine gewertete Royal Round blieb Zeit, mit der mehrere Mitglieder des Shires endlich die Aufnahme in die Drachenwald Company of Archers geschafft haben.

Wie immer wurden wir beim Flacklwirt mit hervorragendem Essen und Service verwöhnt und freuen uns schon aufs nächste Mal!

Kreisel

von Geirdís Geirharðardóttir

Schnur-, Finger- und Wendekreisel
(Foto: Geirdís)

Als Kreisel werden Gegenstände bezeichnet, die, in Drehung versetzt, um eine Achse rotieren. Sie sind seit jeher ein beliebtes Kinderspielzeug, wurden aber auch zum Glücksspiel oder für Weissagungen verwendet. Seit dem 18. Jahrhundert sind Kreisel auch in der Physik ein beliebtes Thema. Spielzeugkreisel zählen zu den häufigsten archäologischen Funden bei Kinderspielzeug.

Wie genau die Menschen auf die Idee kamen, Kreisel zu bauen, ist heute nicht geklärt. Es gibt Vermutungen, dass sie sich aus Spindeln entwickelt haben oder einfach die Natur zum Vorbild genommen wurde. Eicheln oder Schneckenhäuser sind natürliche Kreisel.

P. Bruegel d.Ä. – Kinderspiele (Foto: commons)

Bis ins 18. Jahrhundert wurden Spielzeugkreisel zumeist aus Holz oder Ton hergestellt. Auf den meisten Darstellungen aus dem Mittelalter finden sich Kinder, die mit Peitschenkreiseln spielen, z. B. “Die Kinderspiele” oder “der Kampf zwischen Karneval und Fasten” von Pieter Bruegel dem Älteren, beide zu sehen im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Museo archeologico di Milano – röm. Kreisel
aus Ägypten, 1.-3.Jh (Foto: commons)

Bei Peitschen- oder Wurfkreiseln geht es darum, einen auf dem Kopf stehenden Kegel mit einer Peitsche in Bewegung zu versetzen und diese Bewegung durch kontinuierliche Peitschenschläge aufrecht zu erhalten. In Europa wurden für diese Peitschen meist Aalhäute verwendet. In anderen Gebieten der Erde verwendete man Häute, Fasern oder gewebte Bänder.

Lapilli et tesserae

Der Winter hat seinen Höhepunkt erreicht und hält das Land fest im Griff. Höchste Zeit, der kalten Jahreszeit etwas entgegenzusetzen. Aus diesem Grund veranstaltet das Shire Ad Flumen Caerulum auf dem Boden der Baronie Knight’s Crossing ein Spiele-Event. Mit Steinchen und Würfeln suchen wir den besten Spieler, den Liebling der Glücksgöttin.

As winter is reaching its peak and holding all the lands in his fist it is time to oppose his hold. For this reason, Ad Flumen Caerulum invites you all to a games event in the lands of the Barony of Knight’s Crossing. Fight for victory with dice and tokens in the name of Fortuna, the Goddess of Luck.

Lapilli et tesserae war ein Spiele-Event von 28. 2. 2020 bis 1. 3. 2020 im Hans Leipelt Haus in Grafrath

Dodelschach

von Geirdís GeirharðardóttirDie kleine Ludothek

Geschichte

Dodelschach, besser bekannt als Tic-Tac-Toe, ist ein simples Strategiespiel für zwei Personen. Die Wurzeln können bis ins alte Ägypten zurückverfolgt werden. Bei den Römern waren Spiele mit drei Steinchen, wie Three men’s morris oder Rota ausgesprochen beliebt. Ein, dem Tic-Tac-Toe ähnliches, Spiel wurde terni lapilli (drei Steinchen), triodin, trias oder triad genannt. Unzählige Funde, in Stein geritzt, zeugen von der Beliebtheit des Spiels.  

Regeln

Auf einem 3×3 Felder großen Spielfeld setzen die beiden Spieler abwechselnd ihre Zeichen, meistens Kreuz und Kreis, auf ein freies Feld. Ziel des Spieles ist es, drei seiner Zeichen in einer Reihe zu haben. Dies kann waagrecht, senkrecht oder diagonal sein. Wenn es keinem der Spieler gelingt, drei Zeichen in einer Reihe zu haben und keine freien Felder mehr vorhanden sind, geht die Partie unentschieden aus.

Dieses Spiel lässt sich ganz einfach selbst nachspielen. Das Gitter ist schnell auf Papier gezeichnet, statt der Spielsteine werden Kreuze und Kreise einfach in die Felder gemalt. Die Spielbretter können mit Kreide auf die Straße gezeichnet werden, auf Holz oder in Stein geritzt werden, gehäkelt, gestrickt oder gestickt werden. Als Spielsteine eignen sich Steinchen, Nüsse, Bohnen, Holzscheiben, Perlen, Murmeln oder Schokolinsen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Tipp

In die Google Suche “terni lapilli” eingeben!

Hunting Season XI 2.-4. Oktober 2020

Wir freuen uns bekanntgeben zu können, dass es auch dieses Jahr wieder eine Hunting Season geben wird – bereits die elfte Veranstaltung in dieser Reihe.

Auch diesmal haben wir wieder den Feld- und 3D-Parkours in Reichenau an der Rax für uns reservieren können und werden uns beim Flackl Wirt einquartieren.

Nähere Informationen und das Anmeldeformular finden sich auf der Veranstaltungshomepage.