Heavy Scribing

Ad Flumen is happy to invite you to a weekend of calligraphy and illumination as well as heavy fighting. We’ll have teachers from Knight’s Crossing joining us from June 8-10, 2019. In addition there will be a visit to the National Library.

What? Calligraphy/Illumination workshop and Heavy Fighting training

When? June 8-10, 2019

Where? We’ll meet in a private venue in the west of Vienna. Please make your own arrangements for accommodation.

Who? Ellisa von Berenklaw is going to teach scribing, Barobrand Hissgant will hold Heavy Fighting training for us.

Interested? Contact us at MoAS.adflumen@gmail.com.

Eine neue Handschrift erlernen – am Beispiel des Book of Kells

Das Book of Kells ist eine der bekanntesten illuminierten Handschriften überhaupt. Es entstand im 8. oder 9. Jahrhundert vermutlich in Schottland, von wo es später nach Irland gebracht wurde, wo man es auch heute in einer Sonderausstellung in Dublin besichtigten kann. Inzwischen ist das gesamte Buch auch digitalisiert.

Es enthält die vier Evangelien, verziert mit aufwendigen Zierseiten und abwechslungsreichen Initialen. Die verwendete Handschrift ist die Angelsächsische Majuskel, es gibt also keinen Unterschied zwischen Groß- und Kleinbuchstaben. Neben den für uns geläufigen Zeichen verwendet das Book of Kells auch eigene Zeichen wie etwa für das “&”, das im Bildausschnitt in der zweiten Zeile rechts farbig hervorgehoben ist. Wie bei den meisten frühen Schriften ist das Erscheinungsbild sehr regelmäßig, die Zeilen sind bis zum Rand vollgeschrieben und Wörter gehen teilweise in der nächsten Zeile weiter.

8v – Dieser Ausschnitt stammt von der ersten reinen Textseite des Manuskripts und ist dementsprechend noch sehr stark farblich dekoriert. Die Dichte an Dekorationen nimmt später ab.

Da uns die Buchstaben der Handschrift weitgehend geläufig sind, ist sie von der Buchstabenform her nicht schwer zu erlernen, allerdings dauert es lange, bis die im Manuskript auffällige Einheitlichkeit der Buchstaben erreicht ist. Eine gewisse persönliche Note ist bei Handschriften kein Problem – auch das Original wurde nicht nur von einer Person niedergeschrieben und weist daher Unterschiede auf -, der Gesamteindruck soll aber an das Original erinnern.

256v – Im Vergleich zum oberen Textausschnitt sieht man hier zum Beispiel eine Verschiebung in den Ober- und Unterlängen. Das R ist tiefgesetzt statt leicht nach oben erhöht, das N hat eine Unterlänge, es kommen verschiedene Varianten von D vor und der Zeilenabstand ist im Verhältnis zur Schrifthöhe geringer, der Text kompakter.

Was muss man beim Erlernen einer neuen Handschrift berücksichtigen?

Natürlich ist es wichtig, sich alle Buchstaben anzueignen, bis man sie einigermaßen flüssig schreiben kann. Verschiedene Verfasser schreiben die gleiche Handschrift unterschiedlich und es gibt häufig mehr als eine Variante, einen Buchstaben zu schreiben. Im oberen Textausschnitt sieht man z.B. zwei verschiedene Varianten des “N” – besonders auffällig bei IOHANNES in der dritten Zeile, wo direkt hintereinander beide Varianten vorkommen. Auch das “S” gibt es in zwei Varianten (siehe TRADITUS EST gleich nach dem IOHANNES in der dritten Zeile). Das “S” und das “M” werden teilweise getreckt, um Zeilen zu füllen – auch das sieht man hier gut. Um einen Überblick zu bekommen, kann man z.B. aus diversen Handschriftenseiten das Alphabet herauszeichnen oder herauskopieren. Fehlende Buchstaben (aufgrund der Sprache beim Book of Kells J, K und ein unterscheidbares V/U) kann man entweder in einem geeigneten Stil selbst erfinden oder aus Empfehlungen von Kalligraphie-Büchern (zum Beispiel Harris: 100 kalligraphische Alphabete) entlehnen.

Der nächste wichtige Schritt sind die Abstände und die Federbreite. Man misst die Federbreite an einem dicken Schriftstrich (in diesem Fall einem senkrechten Strich) und sieht sich dann an, wie der Verhältnis von Federbreite zu Schrifthöhe aussieht. Dabei ist sowohl wichtig, sich die Größe der Normalbuchstaben anzusehen, als auch die Höhe von Ober- und Unterlängen. Außerdem wird der Zeilenabstand bemessen. Die Handschrift im Book of Kells hat auf den ersten Textseiten ein Verhältnis von Textkörper : Ober-/Unterlängen : Zeilenabständen von 2 : 1 : 4.

Um nun eine einigermaßen passende Handschrift zu produzieren, sollte man sich entsprechend Hilfslinien zumindest für die Texthöhe und die Zeilenabstände ziehen. Man kann auch am Anfang auf Millimeterpapier arbeiten. Das hilft unter anderem dabei, eine einheitliche Neigung der senkrechten Striche zu trainieren.

Schwieriger ist eine ausgewogene Aufteilung der horizontalen Weite – die Wortabstände und die Buchstabenbreite tragen genauso maßgeblich zum Schriftbild bei wie Füllelemente. Um das zu üben, kann man beispielsweise auf ausgedruckten Originalseiten üben “mitzuschreiben”.

Gorleston Psalter Scroll für Hunting Season

Der Gorleston Psalter ist ein Gebetsbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für seine Marginalien berühmt ist. Auf über 200 reich mit Buchmalereien verzierten Seiten finden sich unzählige lustige, schräge und teilweise “sogar” seriöse Miniaturdarstellungen von Tieren, Menschen und Fantasiewesen. Dass nicht weniger als 30 Bogenschießszenen darunter sind, macht diesen Psalter zur idealen Quelle für Darstellungen für unsere Siegerurkunde auf Hunting Season X.

Bei der Planung des Scrolls habe ich geschummelt und am Computer ein ungefähres Mock-Up des Scrolls zusammengestellt, das ich dann am Lichttisch auf Pergamenata durchgepaust habe. Das ist pergamentartiges Papier mit sehr guten Eigenschaften für Kalligraphie und Buchmalerei.

Fehlende Elemente beziehungsweise nicht zusammenpassende Verzierungen sind freihändig ergänzt. Als (historisch logischerweise nicht korrekter) Stift zum Vorzeichnen bietet sich ein sepiafarbener Fineliner an (so dünn wie möglich). Die Linien verschmieren nicht und lassen sich mit Farbe gut überdecken. Allerdings “verliert” man Verzierungsdetails, da der Stift durch deckend gemalte Guache-Farben nicht durchschimmert.

Der nächste Schritt ist das Schreiben des Textes, damit nicht später eventuelle Fehler in der Kalligraphie die deutlich langwierigere Malerei “kaputtmachen”. Die Schrift des Gorleston Psalter folgt einer eigenen Logik mit “Schleifchen” oben und unten. Sie zu durchschauen braucht einige Übung, danach lässt sie sich aber recht zügig schreiben. Da es im Original nicht alle Buchstaben gibt (k und j fehlen), musste ich der Schriftlogik entsprechend ergänzen.

Anschließend wird der Gesso (also Kleber) für die Blattgoldverzierungen aufgetragen, der eine Weile trocknen muss, bevor mit Blattgold vergoldet und dieses poliert werden kann. Am Bild sieht man den Scroll vor dem Auftragen des Blattgolds. Aus Zeitgründen verwende ich Instacoll statt “echtem” Gesso als Untergrund.

Nachdem der Scroll vergoldet und poliert ist, wird er mit Guache-Farben ausgemalt. Das sind wasserlösliche Pasten, die unterschiedlich stark verdünnt werden, um verschiedene Deckungsgrade zu erreichen. Außerdem lassen sie sich hervorragend mischen.

Man kann mit Guache problemlos deckend auf dunkleren Farben malen, allerdings muss man aufpassen, dass man nicht zu nass arbeitet und die Farbe darunter (oder daneben) schon durchgetrocknet ist, sonst verrinnen benachbarte Farben.

Sind alle Elemente ausgemalt, werden sämtliche Umrisse mit Schwarz oder dunklem Sepia (in diesem Fall schwarz) nachgezogen (“outlining”). Dadurch kaschiert man eventuell nicht ganz sauber gemalte Trennlinien und die Farben kommen besser zur Geltung. Diese beiden Bilder zeigen in etwa den gleichen Ausschnitt, links einmal nur teilweise mit Umrissen, rechts fertig umrandet. Auch Details im Hasen, dem Gras und dem Bäumchen werden in diesem Schritt ergänzt.

Als letzter Schritt werden mit weißer Farbe noch Akzente und Verzierungen gesetzt. Die Blätter erhalten beispielsweise eine weiße Maserung, die Initialen werden verziert und auch auf dem Blattgold kommen noch Details dazu. Nachdem ich abschließend die Hilfslinien für die Schrift wegradiert habe (im Psalter selbst verbleiben sie auf dem Blatt, dort sind sie aber deutlich sorgfältiger gezogen als bei mir) ist der Scroll fertig und wartet darauf, mit dem Namen des Siegers vervollständigt zu werden.

Ungefähre Arbeitszeit inklusive Mock-Up aber ohne Erlernen von Schrift oder Suchen von Motiven: ca. 18 Stunden.

This was Hunting Season

After torrential rains Friday afternoon made life difficult for our course designers Katharina and Iffeshain, Saturday morning greeted us with blue skies and brilliant sunshine. The picture-perfect autumn weather held all through Saturday and let us enjoy the day on the archery course to the hilt.

The morning was spent on a challenging field course – modified to offer such targets as the popular arrow-slit-shot from a steep, slippery slope (don’t hit the horse or the prisoner, though!), an assassin, a Skythian Stag and Ad Flumen’s obligatory banana tree. As a treat on the side the forest yielded a rich harvest of cep mushrooms and chanterelles which we later had for dinner.

After an enormous lunch buffet we tackled the 3D-course in the afternoon. Again parts of the course were modified targets such as a crocodile-turned-wyrm, a basilisk built from scratch or gentle Lady Anna whom we had to save from a couple of wild boars. There were also horseback and “flying carpet” shots.

In the end, our non-SCA guests were one step ahead. Harald took home the prize scroll with runners-up Karl and Gilbert de Gisbourne. Hungry from our exploits in the forest, we gathered for the evening’s delicious Hunting Pot followed by the award ceremony.

Many thanks to Katharina Woinovic and Iffeshain up Leannan O’Carolan for the course design, the special targets and the prizes as well as to Ute von Xanten and her assistant for the fabulous food.

Note: I have a lot more pictures of most participants. This is only a small selection. Please drop me a line if you want more pictures or higher resolution ones of yourself.

Stitch & Bitch 3/9/2018

Es ist Herbst geworden – die typische “Handarbeitszeit” bricht an.

Natürlich gibt es noch eine Menge für Hunting Season zu erledigen. Armschutz muss gebaut oder repariert, Köcher zugeschnitten und noch mehr Pfeile repariert werden.

Deshalb treffen wir uns wieder ab 19:30 bei Ellisa in Wien 16. Anmeldung über Facebook, die Heavy Fighter WhatsApp Gruppe oder per Mail an MoAS.sca-austria@gmx.at

Sekanjabin

von Gerdis

Bereits in der Antike wurde Sekanjabin als Oxymel (= Sauerhonig) in der Medizin verwendet. Im 16. Jahrhundert wurde Oxymel als Teil der Behandlung von Verblitzung (Schweißerophthalmie) empfohlen. Selbst in viktorianischer Zeit war die Verwendung von Oxymel noch bekannt.

Heute wird es im Iran als Erfrischungsgetränk und Salatmarinade verwendet.

Essig-basierte, mit Alkohol versetzte Getränke werden in Amerika “Shrub” genannt, wird statt Minze Ingwer verwendet, wird das Getränk “Switchel” genannt.

Die Herstellung des Sirups ist einfach. Essig wird mit Wasser, Zucker und Minze zu einem Sirup gekocht und in Flaschen abgefüllt. Zur Konsumation wird der Sirup mit Wasser verdünnt getrunken.

Cato der Ältere – De Re Rustica

500 ml Wasser
800 g Zucker
200 ml Essig
100 ml Zitronensaft
5 Zweige Minze

Das Wasser wird mit dem Zucker unter Rühren aufgekocht. Der Essig wird dazugefügt und bei niedriger Temperatur ungefähr 10 Minuten köcheln gelassen. Der Zitronensaft und die Minze wird dazugegeben und weitere 5 Minuten gekocht. Danach wird die Minze entfernt und der Sirup wird in Flaschen abgefüllt.

Zum Servieren werden 2 Esslöffel Sirup mit Wasser aufgefüllt und mit frischen Minzblättern dekoriert. Im Iran wird oft zuerst geraspelte Gurke und Eiswürfel ins Glas gegeben.

Serkanjabin kann auch pur als Dip zu Salat gereicht werden.

Jemandem (nicht) das Wasser reichen können …

von Gerdis

Hochnäsig verwenden wir den Ausspruch “Er/sie kann mir nicht das Wasser reichen” um auszudrücken, dass wir besser sind als der/die, den/die unsere Worte betreffen.

Foto: Sabine Lang, privat, Germanisches Nationalmuseum, Aquamanile, Anfang 13. Jhdt.

Die Herleitung dieser Aussage stammt vom Brauch des Händewaschens vor dem Essen ab. Da Besteck noch weitgehend unbekannt war, wurde mit den Fingern aus gemeinsamen Schüsseln gegessen. Im Mittelalter – und auch schon in der Antike – war es üblich, dass vor dem Essen bei den hohen Herrschaften die Tischdiener mit Schüsseln mit Wasser reihum gingen, damit diese sich die Hände waschen konnten. War ein Diener von zu niedrigem Stand, so konnte er den hohen Herrschaften nicht das Wasser reichen.

Aquamanile

Ein Auqamanile ist ein Gefäß, um das Wasser zum Händewaschen an die Tische zu bringen – eine Art Gießkanne. Ursprünglich stammen Aquamanilen aus dem Orient, wahrscheinlich wurden sie bereits im Frühmittelalter von Händlern nach Europa gebracht. Unzählige Aquamanilen aus Metall und Keramik sind bis heute erhalten und können z. B. im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg bestaunt werden: http://objektkatalog.gnm.de/objekt/KG493

Heidnischer Kuchen

½ kg Faschiertes vom Rind
20 dag Speckwürfel
1 Apfel
5 Eier
2 Eigelb
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer, Liebstöckl
25 dag Mehl
10 dag Schmalz

Einen Mürbteig aus Mehl, Schmalz, einem Ei und Wasser bereiten. 1 Std. rasten lassen.
Faschiertes anrösten und gut abtropfen lassen. Apfel schälen und würfeln. Zwiebel und Knoblauch würfeln. Liebstöckl hacken. Faschiertes, Speck und Eier mischen und würzen.

Den Teig auf einem Backblech ausrollen. Die Füllung auf den Teig geben und zu einem Block formen. Die Füllung ganz mit Teig umschließen und den Teig mehrmals einstechen.

Das Ganze bei 200°C 40 bis 50 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit mit den Eigelb einpinseln.
Nach dem Backen kurz abkühlen lassen und in daumendicke Scheiben schneiden.
Warm servieren.

von Gerdis

Stitch & Bitch 13/08/2018

“Nach dem Event ist vor dem Event” mag zwar eine abgedroschene Phrase sein, ist aber nichtsdestotrotz wahr. Auf Rot&Gold haben sicher einige von uns Lücken (oder Löcher) in unserer Ausrüstung entdeckt. Deshalb gibt es gleich heute ein Stitch&Bitch, um dem Problem auf den Pelz zu rücken.

Anmeldung wie immer bei Ellisa via MoAS.sca-austria@gmx.at bzw. auf Facebook oder bei Gerdis über die WhatsApp Gruppe.

Preview – am 27. August steht das S&B übrigens ganz im Zeichen unseres nahenden Bogenschießevents Hunting Season. Wir sanieren unsere Pfeile und bauen notwendige Zusatzausrüstung (Armschutz, Köcher usw).