Sekanjabin

von Gerdis

Bereits in der Antike wurde Sekanjabin als Oxymel (= Sauerhonig) in der Medizin verwendet. Im 16. Jahrhundert wurde Oxymel als Teil der Behandlung von Verblitzung (Schweißerophthalmie) empfohlen. Selbst in viktorianischer Zeit war die Verwendung von Oxymel noch bekannt.

Heute wird es im Iran als Erfrischungsgetränk und Salatmarinade verwendet.

Essig-basierte, mit Alkohol versetzte Getränke werden in Amerika “Shrub” genannt, wird statt Minze Ingwer verwendet, wird das Getränk “Switchel” genannt.

Die Herstellung des Sirups ist einfach. Essig wird mit Wasser, Zucker und Minze zu einem Sirup gekocht und in Flaschen abgefüllt. Zur Konsumation wird der Sirup mit Wasser verdünnt getrunken.

Cato der Ältere – De Re Rustica

500 ml Wasser
800 g Zucker
200 ml Essig
100 ml Zitronensaft
5 Zweige Minze

Das Wasser wird mit dem Zucker unter Rühren aufgekocht. Der Essig wird dazugefügt und bei niedriger Temperatur ungefähr 10 Minuten köcheln gelassen. Der Zitronensaft und die Minze wird dazugegeben und weitere 5 Minuten gekocht. Danach wird die Minze entfernt und der Sirup wird in Flaschen abgefüllt.

Zum Servieren werden 2 Esslöffel Sirup mit Wasser aufgefüllt und mit frischen Minzblättern dekoriert. Im Iran wird oft zuerst geraspelte Gurke und Eiswürfel ins Glas gegeben.

Serkanjabin kann auch pur als Dip zu Salat gereicht werden.

Heidnischer Kuchen

½ kg Faschiertes vom Rind
20 dag Speckwürfel
1 Apfel
5 Eier
2 Eigelb
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer, Liebstöckl
25 dag Mehl
10 dag Schmalz

Einen Mürbteig aus Mehl, Schmalz, einem Ei und Wasser bereiten. 1 Std. rasten lassen.
Faschiertes anrösten und gut abtropfen lassen. Apfel schälen und würfeln. Zwiebel und Knoblauch würfeln. Liebstöckl hacken. Faschiertes, Speck und Eier mischen und würzen.

Den Teig auf einem Backblech ausrollen. Die Füllung auf den Teig geben und zu einem Block formen. Die Füllung ganz mit Teig umschließen und den Teig mehrmals einstechen.

Das Ganze bei 200°C 40 bis 50 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit mit den Eigelb einpinseln.
Nach dem Backen kurz abkühlen lassen und in daumendicke Scheiben schneiden.
Warm servieren.

von Gerdis

Hauswurz

Sempervivum tectorum

Dachwurz, Dachzwiebel, Donnarsbart, Donnerkopf, Donnerkraut, Donnerlauch, Hauslaub, Hauslauch, Hausrampfe, Hauswurzen, Jupiterbart, Mauerkraut, Ohrenpeinkraut, Rampfe, Scherzenkraut, Warzenkraut, Wetterwurz, Zittriwurzen, Zittrichkraut

Houseleek, hen and chicks, liveforever

Unzählige Namen findet der Volksmund für die aus den Gebirgsregionen Europas stammende Hauswurz. In der Volksheilkunde werden die dickfleischigen Blätter – ähnlich wie die der Aloe Vera – zur ersten Hilfe bei Hautverletzungen eingesetzt.

Cod. Pal. germ. 300, Konrad von Megenberg, Das Buch der Natur – Hagenau – Werkstatt Diebold Lauber, um 1442-1448

Verbreitung fand die Pflanze in Europa durch die Landgüterverordnung Karls des Großen, in der er anordnete, dass jeder Gärtner auf seinem Dach “Jupiterbart” (Jovis barbam) haben solle. Im Volksglauben schützt die Pflanze vor Blitzeinschlag und wurde deshalb auf Dächern von Häusern und Ställen angebracht. Auch das Eindringen von Hexen sollte dadurch verhindert werden.

Die wundheilende Wirkung beschreibt der Regensburger Domherr Konrad von Megenberg in seinem Werk “Buch der Natur” wie folgt: “Die zusammenheilende Kraft ist so groß, dass sie noch das Fleisch im Topfe zusammenwachsen lässt.”

In der Rezeptsammlung der Philippine Welser (*1527 †1580) findet sich ein Rezept für Hauswurzsalbe aus Hauswurz- blättern, Arnika, Schweineschmalz und Lärchenpech.

von Gerdis Gerleifsdottir