Bootcamp Meadowmarsh 2019

Bootcamp Meadowmarsh- Eine Landpartie zu Freunden

Weibersreut, Ludergraben, Feucht. Dem österreichischen Bootcamp-Reisenden sind diese Ortsnamen geläufig wie Alltagsworte. Sie markieren die Strecke durch die trostlosen mittelwestdeutschen Weiten nach Hessen zum schönen Örtchen Düdelsheim im Landkreüs Büdingen, Heimat eines weithün berühmten Geflügelzüchtervereins und Schauplatz des alljährlichen Trainingscamps für Kämpfer. Seit acht Jahren ist das Shire von Ad Flumen Caerulum regelmäßig mit einer starken Delegation vertreten.

Mit mehr als 70 Teilnehmenden, darunter mehr als die Hälfte Heavy Fighter und Fechter ist es die größte einschlägige (Wortwitz!) Veranstaltung des Frühjahrs in der Central Region. Die beschauliche Halle des Turnvereins Düdelsheim bebt dann ein Wochenende lang vom Krachen der Waffen und dem Scheppern der Rüstungen, zart vermischt mit dem Keuchen der Kämpfenden unter den Helmen.

Weniger als freundschaftliches Kräftemessen ist Düdelsheim bekannt für Wissensaustausch und Weiterbildung im Bereich des Kampfes. Das Konzept der Veranstaltung sieht drei Teile vor.

Am Freitag, dem Tag der Ankunft, geht es zu wie bei  der Tanzschule Wimmer draußen in Neulerchenfeld bei der Perfektion. Die Pärchen finden sich und tauschen sich aus. Je nach Anreisezeit sind die Kämpfenden länger frisch oder rascher verbraucht, aber der Spaß leuchtet selbst aus den müdesten Augen.

Der Kampf dient dem wichtigen Aspekt des Kalibrierens. Wenn Kämpfende aus ganz Europa sich vereinen, müssen Standards vereinheitlicht werden. Wie fest darf oder soll ein Treffer sein? Wo endet die Berührung, wo beginnt das, was im Regelwerk als „effektiv“ beschrieben wird? Wir lernen voneinander im Austausch, und dafür steht das Bootcamp in Düdelsheim mit seiner Vielfalt vom Einsteiger bis zum mehrfachen Turniergewinner.

Der Samstag zerfällt in die Trainingseinheiten vor und nach der Pause. Beim gemeinsamen Aufwärmen verraten erfahren Kämpfer, warum sie auch im hohen Alter noch immer aufrecht stehen (Hint: es liegt an den ergonomisch sinnvollen Aufwärmübungen) und die noch erfahreneren Kämpfer arbeiten an Grundlagen oder verraten ausgefeilte Tricks im Kampf. Parallel dazu gibt es spezielle Einheiten für Einsteiger in die Welt des mittelalterlichen Schwertkampfes nach dem Regelwerk der SCA. Höhepunkt ist das Kämpfen in Gruppen (melee) bei Schönwetter am Düdelsheimer Bolzplatz. Hier zählt nicht so sehr das individuelle Können als die Koordination der gesamten Gruppe.

Bemerkenswert ist der Geist, der hinter der Wissensvermittlung steht. Selbst die erfahrenen Ritter freuen sich, eines ihrer Erfolgsgeheimnisse weitergeben zu dürfen, denn schließlich macht der Kampf nur mit guten Gegnern richtig Spaß. Es kostet Aufwand, diese guten Gegner auszubilden, aber den nehmen erfahrene und frische Kämpfer gerne auf sich. Gleiches gilt auch für die zahlenmäßig etwas kleinere Gruppe der Fechter.

Der dritte Teil des Wochenendes ist der gesellschaftliche Höhepunkt. Da an dieser bedeutenden Veranstaltung kaum ein König und deine Königin fehlen dürfen, ist prominenter Besuch aus Drachenwald zumeist garantiert. Den kulinarischen Rahmen bildet schon seit vielen Jahren eine Küchentruppe, deren Härte und Rücksichtslosigkeit in Bezug auf die Ausbeutung des eigenen Körpers jeden Heavy Fighter in den Schatten stellt. Kompromisslos und gnadenlos wird in einer bescheidenen Küche für mehr als 70 Menschen tapfer aufgekocht, dass es eine Freude ist. (Böse Beobachter meinen, dass langjährige Düdelsheim-Besucher gerne die letzten Stunden des Trainings besonders leicht ausfallen lassen, um Kräfte für das abendliche Festmahl zu schonen- glaubwürdig ist diese Erzählung angesichts des Menüs allemal).

Unser Dank gilt dem Shire of Meadowmarsh für all die Jahre des Einsatzes. Als gute Gäste bedanken wir uns mit mitgebrachtem Schremser Bier, der inbrünstigen Darbietung der Düdelsheimer Hymne und mit der Gegeneinladung zum Parasol War im Herbst 2019.

Special heavy fighters practise with Aelric of Battle at 12/1/2019

Big news! We proudly announce that Baron Aelric of Battle from the Shire of Meadowmarsh will visit us at Satureday 12th of January 2019! We are honoured of his visit and celebrate this with an extraordinary fighter´s practise at HTC site.

12th of January 2019
Site open: 10.30 a.m.
Practise start: 11.00 a.m.

Afterwards we will go for lunch at one of the finest taverns in the near Prater.

We owe Baron Aelric not only the annual Meadowmarsh Boot Camp at Duedelsheim  but also a very fine textbook about the art of heavy fighting: “Die Kampfkunst. Heavy Fighting in der SCA”

His astonishing fighting skills and his distinguished teaching make him one of the most important instructors oh heavy fighting. We very much appreciate his visit and heartly welcome him in Ad Flumen Caerulum. So join us and seize the opportunity of a unique heavy fighting lesson (by daylight!)

Gorleston Psalter Scroll für Hunting Season

Der Gorleston Psalter ist ein Gebetsbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für seine Marginalien berühmt ist. Auf über 200 reich mit Buchmalereien verzierten Seiten finden sich unzählige lustige, schräge und teilweise “sogar” seriöse Miniaturdarstellungen von Tieren, Menschen und Fantasiewesen. Dass nicht weniger als 30 Bogenschießszenen darunter sind, macht diesen Psalter zur idealen Quelle für Darstellungen für unsere Siegerurkunde auf Hunting Season X.

Bei der Planung des Scrolls habe ich geschummelt und am Computer ein ungefähres Mock-Up des Scrolls zusammengestellt, das ich dann am Lichttisch auf Pergamenata durchgepaust habe. Das ist pergamentartiges Papier mit sehr guten Eigenschaften für Kalligraphie und Buchmalerei.

Fehlende Elemente beziehungsweise nicht zusammenpassende Verzierungen sind freihändig ergänzt. Als (historisch logischerweise nicht korrekter) Stift zum Vorzeichnen bietet sich ein sepiafarbener Fineliner an (so dünn wie möglich). Die Linien verschmieren nicht und lassen sich mit Farbe gut überdecken. Allerdings “verliert” man Verzierungsdetails, da der Stift durch deckend gemalte Guache-Farben nicht durchschimmert.

Der nächste Schritt ist das Schreiben des Textes, damit nicht später eventuelle Fehler in der Kalligraphie die deutlich langwierigere Malerei “kaputtmachen”. Die Schrift des Gorleston Psalter folgt einer eigenen Logik mit “Schleifchen” oben und unten. Sie zu durchschauen braucht einige Übung, danach lässt sie sich aber recht zügig schreiben. Da es im Original nicht alle Buchstaben gibt (k und j fehlen), musste ich der Schriftlogik entsprechend ergänzen.

Anschließend wird der Gesso (also Kleber) für die Blattgoldverzierungen aufgetragen, der eine Weile trocknen muss, bevor mit Blattgold vergoldet und dieses poliert werden kann. Am Bild sieht man den Scroll vor dem Auftragen des Blattgolds. Aus Zeitgründen verwende ich Instacoll statt “echtem” Gesso als Untergrund.

Nachdem der Scroll vergoldet und poliert ist, wird er mit Guache-Farben ausgemalt. Das sind wasserlösliche Pasten, die unterschiedlich stark verdünnt werden, um verschiedene Deckungsgrade zu erreichen. Außerdem lassen sie sich hervorragend mischen.

Man kann mit Guache problemlos deckend auf dunkleren Farben malen, allerdings muss man aufpassen, dass man nicht zu nass arbeitet und die Farbe darunter (oder daneben) schon durchgetrocknet ist, sonst verrinnen benachbarte Farben.

Sind alle Elemente ausgemalt, werden sämtliche Umrisse mit Schwarz oder dunklem Sepia (in diesem Fall schwarz) nachgezogen (“outlining”). Dadurch kaschiert man eventuell nicht ganz sauber gemalte Trennlinien und die Farben kommen besser zur Geltung. Diese beiden Bilder zeigen in etwa den gleichen Ausschnitt, links einmal nur teilweise mit Umrissen, rechts fertig umrandet. Auch Details im Hasen, dem Gras und dem Bäumchen werden in diesem Schritt ergänzt.

Als letzter Schritt werden mit weißer Farbe noch Akzente und Verzierungen gesetzt. Die Blätter erhalten beispielsweise eine weiße Maserung, die Initialen werden verziert und auch auf dem Blattgold kommen noch Details dazu. Nachdem ich abschließend die Hilfslinien für die Schrift wegradiert habe (im Psalter selbst verbleiben sie auf dem Blatt, dort sind sie aber deutlich sorgfältiger gezogen als bei mir) ist der Scroll fertig und wartet darauf, mit dem Namen des Siegers vervollständigt zu werden.

Ungefähre Arbeitszeit inklusive Mock-Up aber ohne Erlernen von Schrift oder Suchen von Motiven: ca. 18 Stunden.

This was Hunting Season

After torrential rains Friday afternoon made life difficult for our course designers Katharina and Iffeshain, Saturday morning greeted us with blue skies and brilliant sunshine. The picture-perfect autumn weather held all through Saturday and let us enjoy the day on the archery course to the hilt.

The morning was spent on a challenging field course – modified to offer such targets as the popular arrow-slit-shot from a steep, slippery slope (don’t hit the horse or the prisoner, though!), an assassin, a Skythian Stag and Ad Flumen’s obligatory banana tree. As a treat on the side the forest yielded a rich harvest of cep mushrooms and chanterelles which we later had for dinner.

After an enormous lunch buffet we tackled the 3D-course in the afternoon. Again parts of the course were modified targets such as a crocodile-turned-wyrm, a basilisk built from scratch or gentle Lady Anna whom we had to save from a couple of wild boars. There were also horseback and “flying carpet” shots.

In the end, our non-SCA guests were one step ahead. Harald took home the prize scroll with runners-up Karl and Gilbert de Gisbourne. Hungry from our exploits in the forest, we gathered for the evening’s delicious Hunting Pot followed by the award ceremony.

Many thanks to Katharina Woinovic and Iffeshain up Leannan O’Carolan for the course design, the special targets and the prizes as well as to Ute von Xanten and her assistant for the fabulous food.

Note: I have a lot more pictures of most participants. This is only a small selection. Please drop me a line if you want more pictures or higher resolution ones of yourself.

Stitch & Bitch 3/9/2018

Es ist Herbst geworden – die typische “Handarbeitszeit” bricht an.

Natürlich gibt es noch eine Menge für Hunting Season zu erledigen. Armschutz muss gebaut oder repariert, Köcher zugeschnitten und noch mehr Pfeile repariert werden.

Deshalb treffen wir uns wieder ab 19:30 bei Ellisa in Wien 16. Anmeldung über Facebook, die Heavy Fighter WhatsApp Gruppe oder per Mail an MoAS.sca-austria@gmx.at

Event: Red and Gold 2018

See here our first pictures from Red an Gold and the Baronial Investiture of our noble neighbours in Knight´s Crossing.

In different heavy fighting scenarios and Arts&Science competitions the two parties Red and Gold fought under the witness of the new Baroness and Baron of Knights Crossing.

 

 

Stitch & Bitch 23/7/2018

Letztes Mal haben wir diverse “Fadenspielereien” ausprobiert und weitergegeben… Lucet (Snoregaffel/Gabelstricken – siehe Foto), Fingerloopen usw. … denn wer braucht nicht gelegentlich Bändchen für irgendetwas?

Nächste Woche gibts auf jeden Fall Arbeit an Kopfbedeckungen (denn Rot&Gold wird heiß!) und gerne auch Hilfe bei anderen Projekten.

Anmeldung wie immer unter MoAS.sca-austria@gmx.at oder auf Facebook bzw WhatsApp.

Stitch & Bitch Montag 9/7/2018

Und weil’s beim letzten Mal so schön war, treffen wir uns auch am 9. Juli wieder ab 19:30 in Wien 16 zum Tratschen und Arbeiten.

Anmeldung wie immer unter MoAS.sca-austria@gmx.at oder auf Facebook.

 

Was ist Stitch & Bitch?

Gemeinsam machen Bastel- und Handarbeitsprojekte deutlich mehr Spaß. Deshalb gibt es die Idee des “Stitch&Bitch”, einem gemütlichen Treffen, bei dem an eigenen Projekten gearbeitet oder auch einfach nur geplaudert wird. Natürlich beantworten wir auch gerne Fragen zur SCA oder geben Hilfestellung bei eigenen neuen Werkstücken.