Ein römisches Festmahl – Teil 2

Im Sommer feierten Geirdís und Matthaeus anlässlich des Besuches einer Freundin aus Kärnten ein römisches Festessen mit der Familie. 

Die Speisekarte sah folgendermaßen aus: 

 

Index Ciborum (Speisekarte)
Cibum (Speisen) Potum (Getränke) Ludi (Spiele)
Gustum (Vorspeisen)

    • Epityrum (Olivenpaste)
  • Moretum (Schafkäseaufstrich mit Knoblauch)
  • Mixtura cum nucibus (Schafkäseaufstrich mit Nüssen)
Mulsum (Gewürzwein) Ludi Tabulae (Brettspiele)

  • Alquerque (römische Dame)
  • Terni lapilli (Dodelschach)
Prima Mensa (Hauptgericht)

  • Catonensis pulmentum (Fleischspeise des Cato)
Posca (alkoholfreies Erfrischungsgetränk) Ludi Alea (Würfelspiele)

  • Canis (Der Hund)
Secunda Mensa (Dessert)

  • Alter dulcia (eine andere Süßspeise)
Aqua (Wasser) Aliis Ludos (sonstige Spiele)

  • par et impar (Gerade und Ungerade)

Diesmal widmen wir uns dem Hauptgericht und dem Dessert.
Viele Speisen enthalten Weinraute, Schwangere sollten davon absehen, diese zu essen!

 

Hauptgericht – Catonensis pulmentum (Fleischspeise des Cato)

Auch dieses Rezept stammt, wie der Titel schon vermuten lässt, aus dem Werk von Marcus Porcius Cato dem Älteren, gen. Cato maior – De agri cultura (Über den Ackerbau). 

Das Rezept für diese Fleischspeise ist in Abschnitt 83 zu lesen. Hier ist es Teil einer religiösen Zeremonie, die den eigenen Viehbestand schützen soll. Dem Hausherrn wird hier empfohlen, dass er dieses Gericht vor großen Anstrengungen den Sklaven und Knechten geben soll, damit sie bessere Leistungen erzielen können. Keinesfalls durfte aber eine Frau von diesem Gericht essen!

 

Zutaten Zubereitung
150 g Frühstücksspeck
1200 g Rinder- Lamm- oder Ziegengulasch
120 g Mehl
4 EL Olivenöl
500 ml Rotwein
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Thymian
Den Speck in Würfel schneiden. Das Fleisch in Würfel schneiden. In einem Topf 1 EL Öl erwärmen. Den Speck hinzugeben.
Braten, bis der größte Teil des Fetts aus dem Speck ausgetreten ist.
Die Fleischwürfel in eine Schüssel geben und mit dem Mehl bedecken.Das bemehlte Fleisch in den Topf geben und gut umrühren.
Bei mittlerer Hitze das Fleisch langsam unter Rühren erhitzen. Wenn das Fleisch von allen Seiten schön braun ist, den Wein allmählich hinzufügen.
Mit Thymian, Salz und schwarzem Pfeffer würzen.
Das Ganze 2,5 bis 3 Stunden köcheln lassen. Gelegentlich umrühren, damit nichts am Boden haften bleibt. Heiß servieren.

Wir haben Rindsgulaschfleisch verwendet und das Mehl weggelassen. Dazu gab es knuspriges, frisches, dunkles Brot.

Dessert – Aliter dulcia III (eine andere Süßspeise)

 

 

Beim Namen dieses Rezepts sind dem Autoren Marcus Gavius Apicius wohl die Namen ausgegangen. “Aliter dulcia” heißt nichts anderes als “eine weitere Süßspeise”.
Sein Werk De re coquinaria („Über die Kochkunst“) ist das älteste erhaltene Kochbuch der römischen Antike. 

 

Zutaten Zubereitung
250 g fein zerkrümelte Butterkekse
70 g gemahlene Mandeln
1∕2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1∕2 TL getrocknete Weinraute (oder Rosmarin)
60 ml Passum oder Eiswein
4 TL Honig
etwas 150 ml Milch
1 Ei
Den Backofen auf 180 °C vorheizen
In einer Schüssel das zerkrümelte Gebäck, Pfeffer, Mandeln und Weinraute (oder Rosmarin) vermischen.
Das Ei in einer kleinen Schüssel schaumig rühren, dann Passum und Honig vorsichtig untermischen und langsam Gebäckmischung einrühren.
Dann die Milch hinzufügen, bis ein weicher, dicker Teig entsteht.
Diesen Teig in eine Form geben und in den Backofen stellen, ca. 25 backen, bis der Kuchen fest ist.
Aus dem Backofen nehmen, 10 Minuten in der Backform abkühlen lassen, dann herausnehmen und auf ein Kuchengitter stellen.
Zum Schluss den Kuchen mit etwas Honig bedecken.

Natürlich haben auch wir uns gefragt, wo die Römer Butterkekse herbekommen haben…
In einer anderen Übersetzung soll man Weizenbrötchen ohne Kruste zerbröseln und das ganze dann in Öl herausbacken. Ein kleines Zugeständnis an die moderne Küche sei uns hier erlaubt.

 

 

Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachkochen!
Geirdís und Matthaeus