Precedella

 

Angeregt durch ein YouTube-Video und in Weihnachtsbacklaune, haben wir beschlossen, dieses Rezept für Brezel zu testen. Niedergeschrieben wurde es von Marx Rumpolt in seinem Werk “Ein new Kochbuch”.

  1. Nimb ein scho:enes Mehl/ lauter Eyerdotter/ vnnd ein wenig Wein/
    Zucker vnd Aniß/ mach ein Teig damit an/ walg jn fein la:englicht vnd rundt
    mit saubern Ha:enden/ vnnd mach kleine Bretzel darauß/ scheubs in ein warmen
    Ofen/ vnd backs/ daß du es nit verbrennest/ sondern fein außtrucknet/
    so werden sie auch mu:erb vnd gut. Du magst auch Zimmet darvnter nemmen
    oder nicht. Vnd man nennet es Precedella.

Geschichte

So wohl die Herkunft des Wortes “Brezel” als auch der Form des Gebäckes ansich sind heute ungewiss.
Wahrscheinlich ist die Bezeichnung abgeleitet vom lateinischen Wort für “Arm” – brachium. Hiermit verbunden wird oft die Legende erzählt, in der ein Mönch den Kindern das Beten, zu dieser Zeit noch mit über der Brust verschränkten Armen, erklärt hat und sie als Belohnung dieses Gebäck erhalten haben.
Eine andere Legende erzählt von einem Bäcker, der bei seinem Landesherren in Ungnade gefallen war und sein Leben nur dadurch retten konnte, dass er ein Gebäck buk, durch das die Sonne dreimal scheint.
Eine weitere Erzählung spricht davon, dass Mönche die heilige Dreifaltigkeit anhand von Brezeln erklärt haben sollen. 

 

Die vermutlich älteste Darstellung der Brezel findet sich im Hortus deliciarum aus dem 12. Jahrhundert.

Herrad von Landsberg – Hortus Deliciarum (12. Jahrhundert)

 

 

Rezept 

Bei unserer Variante haben wir uns an das, im YouTube-Video, vorgestellte Rezept gehalten. 

Zutaten Zubereitung
300 g Mehl

4 – 5 große Eidotter

80 ml Weißwein

150 g Zucker

½ TL Anis, gemahlen

½ TL Zimt, gemahlen (optional)

½ TL Salz

1 Ei zum Bestreichen (optional)

Ofen auf 180° vorheizen.

Mehl, Anis, Zimt und Salz in einer Schüssel mischen.

 

 

In einer größeren Schüssel den Eidotter und den Zucker schaumig schlagen bis es hell wird. Dann vorsichtig den Wein untermischen. Danach die trockenen Zutaten hinzufügen, immer ein Drittel auf einmal. Alles zu einem glatten Teig verarbeiten.

 

 

Den Teig auf 5 – 6 Stücke aufteilen und jedes Stück zu einer langen Wurst rollen. Jede Rolle zu einer Brezel formen und auf das Backblech legen.12 – 15 Minuten backen oder bis sie trocken und knusprig sind.

Ich würde empfehlen, dass man die Brezel etwas kleiner macht, vielleicht auf die Hälfte oder so. Uns haben sie geschmeckt, aber wir mögen Anis.

 

 

 

 

Hier der Link zu dem Video: https://www.youtube.com/watch?v=uA98IonYvb4
Transkript von der Uni Giessen, Rumpolt, New Kochbuch, Von allerley Gebackens: https://www.uni-giessen.de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/rump-gbk.htm
Rumpolt, Ein New Kochbuch, digital: http://diglib.hab.de/wdb.php?dir=drucke/2-3-oec-2f

Viel Spaß beim Nachkochen!

Geirdís