Redewendungen aus dem Mittelalter / Warum sagen wir:

Abb. The Hague, KB, 133 D 11, fol. 12r

Das geht auf keine Kuhhaut….

Im Gespräch mit einem “Gschichtldrucker” fällt uns auf, dass dieser uns einen Bären aufbinden will. Wir revidieren seinen Versuch mit dem Ausspruch “Das geht ja auf keine Kuhhaut!” Gemeint ist, dass uns diese Geschichte zu bunt ist und wir dem Erzähler kein Wort glauben.
Diese Redewendung kommt aus der Buchmacherei. Üblicherweise wurde das dafür verwendete Pergament aus Ziegenhäuten hergestellt. Gab es einmal mehr zu schreiben, wurde eine Kuhhaut verwendet. Wenn das Geschreibene auch auf keine Kuhhaut mehr ging, war die Geschichte des Schreibers zu lang. 

Pergamentherstellung

 

Pergament ist die wenig bearbeitete, ungegerbte Haut von Kälbern, Ziegen oder Schafen, die zum Beschreiben diente. Hergestellt wird Pergament seit dem 2. Jhdt. v. Chr. Um die Häute beschreibbar zu machen, werden sie ungegerbt in eine Kalklösung gelegt bevor Haare und Fleischreste abgeschabt werden. Anschließend wird die Haut gereinigt, gespannt und getrocknet. Sie wird mit Bimsstein oder Kreide nachbearbeitet.

Abb. Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung, Band 1. Nürnberg 1426–1549. Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°

 

Geirdís Geirharðardóttir