Und hier, um das Trio der beliebtesten Weihnachtsessen, zu vervollständigen:

Aus Katharinas Kessel

Der Karpfen:

Früher (auch noch zu Zeiten als meine Großmutter noch Fisch zu Weihnachten auftischte) besorgte man einen lebenden Karpfen der dann zumindest einen Tag in der Badewanne oder einem großen Zuber ausgewassert wurde.

Da der Karpfen ein Bodenfisch ist und Zuchtteiche bekanntermaßen eher schlammig, hätten die sonst modrig geschmeckt.

Heute ist das nicht mehr notwendig und lebenden Karpfen in der Badewanne hat man auch nimmer.

Da der 24.12. ja immer noch zur Fastenzeit gehört, ist Fisch natürlich angebracht.

Geschichtlich ist interessant, dass der wilde Karpfen aus der Donau kommt, ob er hier her aus Asien eingewandert ist oder umgekehrt, darüber streiten die Archäologen noch. Aber von der Donau aus über Carnuntum hat er mit Hilfe der Kelten und Römer seinen Siegeszug um die Welt angetreten. In Asien beheimatete Karpfen wurden vermutlich unabhängig davon domestiziert. Nach England kam der Karpfen erst im 16 Jh. (1)

Der Legende nach bringt eine Schuppe vom Weihnachtskarpfen in der Brieftasche Geldsegen im nächsten Jahr. Das ist allerdings nun auch nicht mehr sooo leicht machbar da viele Karpfen nun fast schuppenlose Spiegelkarpfen sind.

Klassisch blau:

1 Bund Suppengrün und 1 Zwiebel, alles grob in Stücke schneiden

Lorbeerblätter, schwarzer/langer Pfeffer, Piment (NICHT SCA Periode korrekt: Neugewürz/Piment/ Jamaika Pfeffer kam erst nach 1600 auf unsere Teller 😉 – statt Piment kann man auch Muskatblüte und/oder Paradieskörner nehmen.)

Salz, ca 250 ml Essig , 1 l Wasser

Alles in einem Topf, der groß genug ist um hinterher auch den GANZEN Fisch aufzunehmen, aufkochen und ca 20min köcheln lassen. Menge des Sudes an die Größe des Fisches anpassen, der Fisch soll schwimmen.

1 Karpfen, küchenfertig & geschröpft (Das Filet wird hierzu in Abständen von zwei bis drei Millimetern so weit eingeschnitten, dass die Gräten gerade eben mit durchtrennt werden. Rutscht allerdings das Messer zu weit durch, so verlässt später beim Garwerden das Filetstück die Pfanne leider nur mehr in Einzelteilen. Also besser schon vom Fischhändler machen lassen

Karpfen waschen trocken tupfen, innen salzen und pfeffern, mit Zitronensaft ausreiben und im Sud bei schwacher Hitze ca 25 – 30 min garen lassen.

Mit Sauce nach Wahl servieren

 

 

Katharina Woinovich

(1)Eugene K. Balon,

Origin and domestication of the wild carp, Cyprinus carpio: from Roman gourmets to the swimming flowers,

Aquaculture,

Volume 129, Issues 1–4,

1995,

Pages 3-48,

ISSN 0044-8486,

https://doi.org/10.1016/0044-8486(94)00227-F.

(http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/004484869400227F)